soziales

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Mein Schulfreund Christian Klar

Rainer Hayn im Alter von 18 Jahren

Obwohl wir zunächst nichts
voneinander wussten, hatten wir eine ähnliche Jugend.

Aus gutbürgerlichen Familien stammend, hatten wir am Anfang der Pubertät
Konflikte mit unseren Vätern und ein ungebrochenes Verhältnis zu den Müttern. Bis wir uns im Religionsunterricht 1970 auf dem Gymnasium in Ettlingen kennenlernten, wohnte Christian in Lörrach und ich in Ettlingen bei Karlsruhe. Damals hatten die Schüler gleicher Konfession zweier Parallelklassen gemeinsam Reli. Ich hatte mich schon
mit 15 über die JungDemokraten politisiert und wollte '68 an der Schülerdemo meiner Schule teilnehmen, woran ich aber aufgrund meines Alters
verhindert wurde.

 

Alter schützt nicht vor Fiskus

Das Kontrollnetz des heimischen
Fiskus wird immer dichter.

Das betrifft Rentner auf zwei verschiedene Arten. So geben zuvor eher schweigsame Steueroasen jetzt Auskünfte über steuerliche Angelegenheiten und Versicherungsunternehmen teilen dem Fiskus die ab 2005 ausgezahlten privaten und gesetzlichen Renten automatisch mit. Damit werden Senioren immer gläserner und denken verstärkt über eine Selbstanzeige beim Finanzamt nach. Diese bringt Straffreiheit, ist meist aber teuer. Auf die Nachzahlung fallen nämlich üppige Zinsen an, dafür sind alle Sünden der Vergangenheit gebeichtet.

 

Im Bett mit Oma

Sexualität im Alter ist anders
in Vergleich zur Jugendzeit.

Zusammen sein und Nähe sind zu stärkeren Bedürfnissen geworden. Empfindungsstörungen bei der Frau
als auch beim Mann führen zu Problemen die durch Hilfsmittel behoben werden können. Sexualität beginnt im Kopf – dieser Ausspruch gewinnt in einer Zeit jenseits des Jugendwahns für viele gemeinsam gealterte Paare – und natürlich auch für sich neu findende Single-Senioren - immer mehr an Bedeutung.

 

Wir werden immer jünger alt

Christian Bos vom Kölner Stadtanzeiger kann sich Robbie Williams „auch im fortgeschrittenen Alter von 36 Jahren“ nicht als Vater vorstellen?

Aha, dann ist es ja kein Wunder, dass 29  Jährige vor dem 30. Geburtstag in tiefste Depressionen verfallen, sie gehören dann auch zu denen, die dies und jenes nicht mehr tun können? Sollen? Dürfen?
Und alt ist nicht schick! Nicht schön, nicht erstrebenswert, alles in allem: „Grauenhaft“. Nachdenken über Endlichkeit, über die begrenzte Lebenszeit jedes Menschen, verändert die Sicht auf das Leben.

 

Mein alter Freund

"Alte Hunde können blind, mürrisch, grau, eigensinnig, warzig, schwerhörig, kurzatmig, faul und schwerfällig sein.

Aber jeder, der mit einem alten Hund gelebt hat, weiß, wie belanglos das ist.
Alte Hunde sind verletzlich. Ihr Vertrauen und ihre Dankbarkeit sind grenzenlos.
Sie sind auf eine neue, überraschende Art witzig. Aber vor allem haben sie eine innere Ruhe gefunden. Diese letzte Qualität ist schwer zu erklären. Man könnte sie als Gelassenheit bezeichnen. Ich nenne sie Weisheit."

 

Zimmer in WG gesucht

Im Alter verändern sich die Anforderungen und Ansprüche an die eigenen vier Wände.

Da werden Stolperfallen eingeebnet,
leicht begehbare Duschen eingebaut oder Notrufklingeln angebracht, um die Wohnung altersfit zu machen. Doch gibt es heute darüber hinaus zahlreiche alternative Wohnformen, die ein selbstbestimmtes Leben im Alter ermöglichen. Das IFAK Institut für Markt- und Sozialforschung aus Taunusstein hat in einer qualitativen Onlinestudie das „Leben und Wohnen im Alter“ analysiert und Ängste, Lösungsstrategien und Einstellungen der heute 50- bis 60-Jährigen zu alternativen Wohnformen ermittelt.

 

Der will-haben-Faktor

Der Zustand unserer Republik
ist nicht gerade rosig.

Überall Korruption in Politik und Wirtschaft. Arbeitslosigkeit und endlose Hartz-IV-Diskussionen. Dazu kommt ein niedriges Bildungsniveau. Hilft da nur noch Konsumieren und Spaß haben? Es wird eng für viele: Die Werbung möchte zwar immer noch vermitteln, wie schön und günstig alles zu haben ist, allerdings subtiler und etwas intelligenter als vor ein paar Jahren mit dem Werbe-Spot: "Mein Haus, mein Auto, meine Karriere." Neue Lebensformen, weg vom gültigen Wertesystem, könnten möglicherweise Lösungen zum bestehenden Desaster bringen.

 

Senioren im Parlament

Unsere Führungskräfte von 1962. Bundespräsident Lübke hat am 13. 12. 1962 in seinem Amtssitzden neuen Ministern des Kabinetts Adenauer,
die ihm vorher vom Bundeskanzler vorgestellt worden waren, die Ernennungsurkunden überreicht.
Ob unsere derzeitigen Führungskräfte es zukünftig alle noch bringen,
sei dahingestellt und ist Ansichtssache. 

 

Gewonnene Jahre

Ein konkretes Lebensjahr an dem
das Alter beginnt, gibt es nicht.

Altern ist eine individuelle Angelegenheit. Klare, eindeutige Jahreszahlen, ab wann der Mensch alt ist, existieren nicht. Die lineare Biografie: 20 bis 30 Jahre lernen, 30 Jahre Arbeiten, 20 bis 30 Jahre Ruhestand, das vertraute Lebensmodell funktioniert immer weniger. Wir werden älter, die Lebenszeit hat sich seit dem 20. Jahrhundert um 30 Jahre verlängert. Heute 60 jährige sind physisch und psychisch fünf Jahre jünger, als die Generation davor. Viele wollen und können diese Zeit auch produktiv nutzen. Arbeit ist kein beschränkter Bonus für Ausgewählte, das Sozialsystem braucht die Alten, die mittun wollen und können. Die Alten sind die Zukunft.

Kein Geld für Alte?

Es gibt noch Banken, die Menschen
60er Kredite verweigern oder zu unanständigen Konditionen anbieten.

Doch durch die Online-Kredite und Kredite von privat an privat kommt Bewegung ins Geschäft. "Wir kennen keine Altersgrenzen, sondern entscheiden individuell, wann wer zu welchen Bedingungen einen Kredit bekommen kann", erklärt Michael Lermer, Pressesprecher der Deutschen Bank in Sachen Privat- und Geschäftskunden in Deutschland, nachdrücklich. "Sicherlich haben sich die Banken auch der demographischen Entwicklung in den letzten Jahren angepasst", ergänzt er.

 

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