Projekt Langzeitgedächtnis

Jun 22, 2011 No Comments by

Lebenserfahrungen von denen erzählt, die sie erlebt haben. Viele von uns erinnern sich sicherlich mit Vergnügen an ihre Kindertage, auf den Knien des Großvaters sitzend, tief versunken in den Geschichten, die uns erzählt wurden und aufmerksam lauschend, um kein einziges Wort zu verpassen. Diese Geschichten wurden erzählt, um Erfahrungen weiterzugeben, die einem das Leben gelehrt hat. Gerade für die jüngeren Generationen wurden damit Werte einer anderen Epoche anhand von persönlichen Lebenserinnerungen weitergeleitet. Für viele von uns ist die Bedeutung dieser Erfahrungen erst im Laufe des Erwachsenwerdens klar geworden, als man angefangen hat, den echten Wert zu verstehen. Erst dann kommt es vor, dass man sich auf die Suche nach den Erfahrungen macht, die “unsere Alten” uns zu erzählen haben, bevor sie nicht mehr auf dieser Welt sind und die Zeit sie vergessen wird. Nimmt man sich die Muße und hört man den Erinnerungen der Menschen zu, dann entdeckt man den Zauber einer vergangenen Zeit. Für die einzigartige Bank der Erinnerungen, gibt es nur ein ideales Medium, das die Erfahrungen und Erinnerungen der Menschen ganz authentisch widerspiegelt. Gesicht, Mimik und Gestik gehören zur Geschichte eines Menschen und bleiben unverfälscht in einer Videoaufnahme. Um das festgehaltene Erleben der Menschen anschließend einem großem Publikum zur Verfügung zu stellen, eignet sich das Internet besonders gut.

Gesicht, Mimik und Gestik gehören zur Geschichte eines Menschen und bleiben unverfälscht in einer Videoaufnahme.

Im Netz wird auch unmittelbar die junge Generation erreicht, die als Wächter dieser vielfältigen Erfahrungen fungieren sollte. Memoro Die Bank der Erinnerungen, wurde 2008 von vier jungen Italienern gegründet. In Deutschland, Frankreich, Spanien, den USA und Argentinien sind jeweils nationale Webseiten aufgebaut. In Deutschland ist Memoro seit Juli 2009 ein gemeinnütziger Verein. Das Projekt finanziert sich hauptsächlich über das persönliche finanzielle Engagement der italienischen Gründer. In Italien konnten erste Sponsoren gewonnen werden. Mittelfristig soll für alle Länder Sponsoren gefunden werden. Gewinne würden dann in soziale Projekte für ältere Menschen und Jugendliche fließen.

Die Bank der Erinnerungen ist ein Non-Profit-Projekt, das sich der Sammlung, teils selbst produzierter, teils der von den Teilnehmern produzierten Videoclips ihrer Lebenserfahrungen und Erzählungen derjenigen Menschen widmet, die über 65 Jahre alt sind. Die Clips werden in Form von Geschichten von etwa 10 Minuten produziert und im Internet veröffentlicht. Im Unterschied zu anderen ähnlichen Initiativen wird von Memoro sehr viel Wert auf die Identifizierung der erzählenden Personen und der Garantie ihrer Glaubwürdigkeit gelegt. Das Projekt steht unter dem Schutz der Provinz von Cuneo, Italien. Durch die Widmung für wohltätige Zwecke, wird hier eine, ideelle als auch materielle, Brücke zwischen den Generationen geschaffen.

Geschichten wurden immer schon erzählt, um Erfahrungen weiterzugeben, die einem das Leben gelehrt hat. Auf diese Weise will Die Bank der Erinnerungen die Geschichten, Bräuche, Denkweisen und Lebensweisheiten aus vergangenen Zeiten lebendig halten und für nachkommende Generationen weiterleben lassen.

Wer seine Erinnerungen auf Memoro erzählen möchte, kann sich hier anmelden.

Kultur

Über den Autor

Klaus Andrzejewski ist viele Jahre als Gestalter tätig. In dem Wissen, dass Alt anders sein muß, begründet er evergreener.
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