leben & stil

Alt ja, aber nicht blöd

34% der Internet-User sind über 50

Wir möchten mithelfen Klischees abzubauen, hinterfragen die Bilder
zu den „ollen Alten“.

Angeblich werden ältere Menschen
immer noch als unproduktiv, uninteressiert und unkritisch angesehen. Das hat sich längst verändert. 34% der Internet-User sind über 50, bewegen sich regelmäßig im World Wide Web, haben Interesse an Kultur, an spannenden Geschichten, Lifestyle, Reisen und mehr. Wir richten uns bundesweit an die Neugierigen, die mitten im Leben stehen, die Kritischen, die sich immer wieder damit rumschlagen müssen, aus den üblichen Alters-Schubladen zu entkommen, in die Sie mit Gewalt gepresst werden.

 

Deutsche sparen artig

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts werden fast elf Prozent des Einkommens gespart.

Aber diese Statistik täuscht: Haushalte mit geringem Einkommen sparen naturgemäß nur wenig, Menschen mit hohem Einkommen viel. Und - viele sparen falsch für das Alter, ihren Ruhestand. Oft sind die Anlagen zu teuer, wenig rentabel und unflexibel. Vorsorgen so früh wie möglich, wird jungen Leuten geraten, wegen des Zinseszinseffektes, was sicher grundsätzlich richtig ist. Fachleute raten zu drei Grundregeln: Schulden sollten getilgt werden, da Schuldzinsen höher sind als Anlagezinsen.

 

Wie der Lump am Stecken

Die verdeckten Fragen, ob dieser Geburtstag ein runder ist, hängen mir zum Halse raus.

Nein, es ist kein runder, ich bin schon drüber und raus aus den mittleren Jahren und im letzten Lebensabschnitt. Ich bin alt! Was für mich in Ordnung ist und was meist nur in den Augen der Anderen, im Gegenüber, Bestürzung auslöst. Das hat wenig mit mir zu tun, auch wenn ich es gar nicht chic finde, von meiner Arthrose immer mal wieder gebeutelt zu werden.

 

Nicht ohne mein Rad

Deutschland ist ein Land der Radfahrer.

Es gibt etwa 70 Millionen Fahrräder in Deutschland. 75 Prozent der unter 25-Jährigen treten in die Pedale. Das Fahrrad ist sogar bei den Senioren noch ein Hit: immerhin besitzen noch 43 Prozent der über 80-jährigen einen Drahtesel (Quelle: „Welt in Zahlen - Fahrrad“, 2. 8. 2009, Das Erste). Dabei boomen nicht nur Sportgeräte wie Mountainbikes oder Rennräder, sondern das Fahrrad ist auch als tägliches Fortbewegungsmittel mittlerweile für viele die erste Wahl.

 

First Date mit Witwe (60)

Das Internet gewinnt als soziales
Medium immer mehr an Bedeutung.

Neun Millionen Menschen oder
18 Prozent aller deutschen Internetnutzer haben online einen neuen Partner gefunden. Das ergab eine Umfrage des Marktforschungsinstituts Aris im Auftrag des BITKOM. Mehr als jeder Dritte lernte bereits neue gute Freunde übers Web kennen, während 57 Prozent der Internetnutzer bestehende alte Freundschaften auch online pflegen.

 

Die Weltverbesserer

Bill Drayton, der Gründer
von Ashoka will die Welt verbessern

Es gibt sie doch noch, oder wieder,
die Weltverbesserer.

Augendrehend belächelt und vielleicht
als Spinner abgetan von denen, die noch ganz oben sind. „Nach uns die Sintflut“
ist gefährlich, es sieht eher danach aus, dass wir schon die Sintflut sind.
Wallstreet Koryphäen sind nicht der Ansicht, dass die Krise schon da ist,
die Wirtschaftskrise kommt noch, ist deren Ansicht. Josef Ackermann, mit einem Jahreseinkommen 2009 von 9,55 Millionen, kann sich entspannt zurücklehnen.

 

Schafft die Senioren ab

Wie könnte wohl Ihr erster
Eindruck sein? Was hätten Sie für eine
Vorstellung im Kopf?

Stellen Sie sich vor, Ihnen sagt jemand: "Schau' doch mal, die Senioren da drüben!" Was stellen Sie sich im ersten Augenblick vor? Was für Bilder haben Sie im Kopf? ...Richtig! Gepflegte grauhaarige ältere Personen mit oder ohne Rollator. Womöglich unauffällig schlicht in Beige gekleidet. Mit zunehmenden Bildungsniveau eventuell auch mal in gesetzten Herbstfarben.

 

Tatort: Altern

Mit einfachen Ansagen kann der
ältere Mensch den Vorurteilen und Diskriminierungen begegnen.

Indem man selbst mit seinem Alter einverstanden ist, sich klar und eindeutig zum eigenen Alter definiert, hilft man mit, das Bild des angeblich gebrechlichen, behinderten Altern zu korrigieren. Autonom auf den Tisch hauen,
bei fragwürdigen Unterstellungen, macht ein Geräusch, auch mit
schwächerer Faust.

 

Die digitale Kluft

Das Internet breitet sich mit
grosser Geschwindigkeit aus.

Aber nur rund 40 Prozent der Menschen über 65 Jahren nutzen es, wie eine neue Studie der Universität Zürich im Auftrag von Pro Senectute Schweiz zeigt. Die Mehrheit der Senioren profitiert nicht von den Chancen der Informations-
gesellschaft, weil sie im Internet keinen persönlichen Nutzen sieht. Immerhin überlegt sich ein Drittel der Offliner den Schritt ins Netz. Soll die digitale Spaltung der Gesellschaft verringert werden, sind Massnahmen der öffentlichen Hand und der Privatwirtschaft notwendig.

 
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